Zwischen altem Salz und verwitterten Holzbalken dröhnen leise Bässe an unser Ohr. Von dort und da hören wir Stimmen und Computergeräusche. Wir öffnen eine hohe, massive Eisentüre. Die Geräusche werden lauter. Wir sehen eine Tänzerin in einer Landschaft aus Salz. Sie wird von einem Scheinwerfer beleuchtet und sieht aus, als wäre sie auf einem weißen Sandstrand im Sonnenuntergang. Um sie herum stehen Kameraleute und Fotografen. Ihre Performance ist Teil einer Filmszene, eines Projekts.
Leise gehen wir weiter und finden einen jungen Mann, der viele, viele Bilder auf die Holzbalken vor sich gehängt hat. Er sitzt auf einem Leinen-Klapphocker und malt gerade das Portrait eines Mädchens, das vor ihm steht. Ein etwas entfremdetes und eigenwilliges Portrait, aber das ist seine Art der Kunst. Wir gehen weiter und gelangen über eine Stiege zu einer offenen Klotüre. In dem Damenklo befinden sich sechs Kabinen. Eine davon sieht anders aus, als die anderen. Sie ist nicht mehr weiß und steril, sondern dekoriert mit Spitzendeckchen, buntem Klopapier und Fotos an der Tür. In einem Körbchen am Fensterbrett befindet sich eine Polaroidkamera, mit der man sein eigenes Foto aufnehmen und dann zu den anderen an die Tür kleben kann. Nach dem netten Fotoshooting verlassen wir die Toiletteanlage und betreten einen hohen, weiten Raum, dessen Boden und Decke mit Holz verkleidet ist. Im vorderen Teil des Raumes sitzt ein junger Künstler, der intensiv an einem Comic zeichnet. Er macht gerade das Storyboard zu einem Musikvideo. Daneben eine Gruppe von Smiths, die mit Nähmaschinen, Knöpfen, Fäden und Stoffen Kostüme für die Superhelden, die in eben diesem Musikvideo vorkommen werden, herstellen. Wir wollen sie nicht stören und gehen weiter. Wir steigen über riesengroße Buchstaben. Ein Smith führt hier seine persönliche Kulturstudie über typotektonische Begebenheiten durch. Nach den Buchstaben sind wir in einem weiteren Raum aus Holz. Er ist ein bisschen kleiner und hier hat sich eine Gruppe von Videokünstlern eingerichtet. Sie mixen Medien. Als Ausgangspunkt dient ihnen eine Szene aus „In the mood for love“, die sie mit Stickereien und Fäden bearbeiten und zu einem neuen Clip schneiden. Melodisch ziehen sich die Fäden zur Musik, zeichnen sie die Gesichter der Schauspieler nach. Beeindruckt bleiben wir ein Weilchen stehen und schauen den vertieften Medienvernetzern zu. Eine Tür führt aus dem Holzraum in ein Tonstudio, in dem sich eine Sängerin und zwei Musiker gerade auf eine Aufnahme vorbereiten.
Über eine Stiege kommen wir in einen Innenhof, aus dem uns Barbecue Duft entgegen strömt. Jemand steht an einer großen Paellapfanne und neben ihm ein Grillmeister, der sich an Kotelletes und Würstel versucht. Gestärkt wandern wir weiter und gelangen in den Dynamoraum: Ein Raum, mit Stahl ausgelegt, in dem sich die alten Stromaggregate der Saline befinden. Hier steht eine „Camera Obscura“, die zunächst wie ein Wirrwarr an Drähten, die zu Glühbirnen führen, aussieht. Dieses Ausstellungsstück besteht aus einer Kamera und einem Bildschirm, die die direkte Bildübertragung demonstrieren. Stellt man sich auf die Kameraseite, so geben die Glühbirnen Umrisse und Bewegungen auf der anderen Seite wieder.
Unsere nächste Station ist ein Lift, der uns in den vierten Stock des Gebäudes bringt. Von ganz oben überblicken wir Hallein und seine Umgebung. Wir sind jedoch nicht die Einzigen, denn hier, ganz oben, haben sich zwei Smiths eingenistet, die mit ihren Computern und Instrumenten eifrig an neuem Sound arbeiten. Sie sind so beschäftigt, dass sie uns gar nicht bemerken. So fahren wir einen Stock tiefer und kommen in die Küche. Ein Team aus Smiths hat die Verpflegung der anderen Smiths zu ihrem Projekt gemacht und zerschnippelt, verrührt und -kocht den ganzen Tag lang seine kreativen Einfälle.
Wir haben zwar noch lange nicht alles gesehen, doch die ersten Eindrücke sind überwältigend und so gönnen wir uns erst einmal eine kleine Pause, bevor wir uns die restlichen Räume und Kreativen der Schmiede ansehen.
Kommentare