Das Gehzeug ist ein Holzrahmen mit Trageriemen und zwar in der Größe eines Autos, eines Fahrzeugs also. In der Mitte des Gehzeugs befindet sich der Mensch, der darin ganz einfach geht. Wie der Name schon sagt.
Das Gehzeug ist aber nicht dazu da, sich die Zeit zu vertreiben, wenn man sonst nichts zu tun hat. Es ist auch kein Trainingsgerät für schlappe Fußgänger. Das Gehzeug ist dazu da, sich darüber bewusst zu werden, wie viel Platz ein Auto im alltäglichen Leben braucht und wie wenig Platz dem gegenüber ein Fußgänger auf seinem Gehsteig hat.
Damit beschäftigt sich der Verein Fairkehr. Seit 2007 machen seine Mitglieder darauf aufmerksam, dass der Fußgänger, der Mensch, der sich gerade nicht mit einem Auto auf der Straße befindet, ziemlich wenig Platz im alltäglichen Verkehr hat und darum im Straßenleben den Kürzeren zieht.
Dabei geht es nicht darum, die Autos abzuschaffen, sondern darum, den Straßenalltag anders zu gestalten. Nach dem Gehzeug gab es 2009 eine Aktion, die visuell darstellte, wie viel Platz 60 Fußgänger brauchen und wie viel Platz 60 Fußgänger, die im Gehzeug gingen, also genauso viel Platz wie 60 Autos brauchen, benötigen. Zweitere brauchten ungefähr zehnmal so viel Platz bei derselben Anzahl von Personen.
Am 29. Und 30. Mai gibt es nun die zwei Jahre lang geplante und nun gemeinsam mit der Stadt Salzburg organisierte Veranstaltung „Fairkehrtes Fest“ in der Saint-Julien-Straße. Statt Asphalt gibt es 500 Quadratmeter Rollrasen, statt Autos öffnen Gastgärten auf der Fahrbahn ihre Speisekarten. Für zwei Tage lang wird die graue Straße, die jeder eigentlich nur schnell wieder verlassen will, sobald er sich auf ihr befindet, zum bunten Park. Am Samstag, um 13 Uhr, beginnt das Fest mit einem umfangreichen musikalischen Programm. Am Sonntag eröffnet ein Frühschoppen um 10 Uhr die Rasengaudi. Dazu gibt es begleitend ein riesen Kinderprogramm, Tanzvorführungen, Diskussionen und kulturelle Wanderungen durch die Innenstadt.
Und wer sich ein Stück Grün mit nach Hause nehmen möchte, der kann sich bis Freitag anmelden, denn der Rollrasen wird am Sonntag um 20 Uhr nach dem Fest verschenkt!
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